NÄCHSTE GENERATION Weimarer Künstlerin zeigt, wie wir Frauen im Iran beistehen können

01. Juli 2023, 00:00 Uhr

Die Proteste gegen das Mullah-Regime im Iran halten weiter an. Auslöser war der gewaltsame Tod von Jina Mahsa Amini am 16. September 2022. Die junge Kurdin starb, nachdem sie von der iranischen Sittenpolizei festgenommen worden war, weil sie ihr Kopftuch nicht regelgerecht getragen haben soll. "Frau, Leben, Freiheit" rufen seitdem die Demonstrierenden, schneiden sich die Haare ab, verweigern das Kopftuch und riskieren damit ihr Leben. Was können wir in Deutschland tun? Die Exil-Iranerin Farzane Vaziritabar macht mit ihrer Performancekunst auf den Freiheitskampf der iranischen Frauen aufmerksam und zeigt Menschen in Deutschland, wie sie sich solidarisieren können.

Alles darüber im Video erfahren:

Über das Format NÄCHSTE GENERATION:

In unserem Format MDR KULTUR – NÄCHSTE GENERATION stellen wir junge Künstlerinnen und Künstler vor, die unsere Gesellschaft kritisch in den Blick nehmen, Debatten anregen und gleichzeitig Ideen für die Zukunft entwerfen wollen. Jeden zweiten Montag, stellen wir diese Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor – die Themen reichen von der Frage, ob es okay ist, das Elternsein zu bereuen, ob die 40-Stunden-Woche noch angemessen ist, bis hin zu Klimaschutzfragen oder Patriotismuskritik.

Proteste für die Freiheit im Iran

Seit dem 16. September, dem Todestag von Jina Mahsa Amini, gehen die Menschen im Iran Tag für Tag auf die Straße. Die 22-jährige Kurdin war von der iranischen Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht regelgerecht getragen haben soll und starb darauf schwer verletzt in einem Krankenhaus. Sie wurde zum Symbol einer ganzen Bewegung. Die Menschen im Iran protestieren seither unermüdlich für ihre Freiheit. Vorweg gehen dabei die Frauen. Sie rufen: Jin, Jiyan, Azadi (kurdisch) – Frau, Leben, Freiheit (deutsch) - Zan, Zendegi, Azadi (Farsi).

Kunst für mehr Solidarität

Die iranische Künstlerin Farzane Vaziritabar lebt seit 2018 in Weimar. Mit ihrer Performancekunst will sie auf die revolutionären Proteste im Iran aufmerksam machen und zeigen, wie universell die Botschaft der iranischen Frauenbewegung "woman life freedom" und das Bedürfnis nach Freiheit ist. Dabei gibt es Performance-Kunst, bei der der Körper als Medium im Mittelpunkt steht, im Iran kaum.

 Die Performance-Kunst ist (im Iran) nicht sehr verbreitet, vor allem für Frauen, weil wir uns in der Gesellschaft nur begrenzt ausdrücken können, weil es um den Körper geht. Ich freue mich umso mehr, dass bei den Demonstrationen vor allem Frauen die Performerinnen sind. Sie zeigen sich wirklich auf eine starke Weise.

Farzane Vaziritabar, Künstlerin

"Be our Voice" ist Farzane Vaziritabars Botschaft. Denn: Die Frauen im Iran brauchen unsere Unterstützung. Wege ihnen beizustehen, gibt es viele: etwa in den Sozialen Medien Bilder von den Protesten zu verbreiten, sich Demonstrationen in Deutschland anzuschließen oder künstlerische Aktivist*innen zu unterstützen.

Über Farzane Vaziritabar

Farzane Vaziritabar ist 1987 geboren, hat ihr Diplom in Malerei an der Schule für Bildende Künste, ihren Bachelor in Bildhauerei sowie ihren Master in Kunstwissenschaften an der Universität Teheran erworben. Ab 2018 studierte sie im internationalen Studiengang "Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien" an der Bauhaus-Universität Weimar und schloss 2021 darin ihren Master ab. Ihre Arbeit umfasst nicht nur ein breites Spektrum an Medien wie Skulptur, Installation, Video und Performance, sondern auch Cartoons und Zeichnungen. Sie hat ihre Werke weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen und öffentlichen Interventionen ausgestellt.

(Redaktionelle Bearbeitung: Hanna Romanowsky)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. März 2023 | 12:10 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR

Abonnieren